Ursachen von chronischen Rückenschmerzen

Spätestens dann, wenn Rückenschmerzen zu chronische Rückenschmerzen werden, muss gehandelt werden. In Absprache mit dem Arzt ist dringend abzuklären, welche Ursachen für den Dauerschmerz vorliegen und wie diese zu beseitigen sind. Dabei sind es überraschenderweise meistens nicht einmal Krankheiten, die Rückenschmerzen verursachen, die einen chronischen Verlauf nehmen. Zwar sind rheumatische Beschwerden eine der Ursachen für Rückenschmerzen und auch verschiedene Krankheiten wie Krebsleiden, Magenprobleme oder gynäkologische Erkrankungen können Rückenschmerzen verursachen. Sehr häufig sind es auch Ursachen, die im Verhalten oder in der Umgebung des Leidenden zu finden sind: Matratzen, Stühle, eine schlechte Haltung, einseitige Belastungen und eine schwach ausgebildete Rückenmuskulatur, starke psychische Belastungen oder Stress usw.

Bei Rückenschmerzen muss generell zwischen akuten Rückenschmerzen und andauernden Rückenschmerzen sowie einem Bandscheibenvorfall, einem Lumbago und organischen oder psychischen Ursachen unterschieden werden. Außerdem kann ein durch einen Schlag oder Sturz verursachtes Trauma vorliegen. Während akute Rückenschmerzen meistens aus einer falschen Bewegung oder Belastung des Rückens oder der Wirbelsäule resultieren, werden andauernde Rückenschmerzen oft über Tage oder Wochen nicht richtig ernst genommen. Nach einigen Monaten spricht man von chronischen Rückenschmerzen.

Die Menschen nehmen ihre Rückenschmerzen zwar von Anfang an wahr, versuchen sich allerdings mit den Rückenschmerzen zu arrangieren, indem sie sich so bewegen, dass sie den Rücken versuchen zu entlasten. Dabei führen sie Schonbewegungen aus, die zwar den akuten Schmerz lindern, aber zu einer weiteren Verspannung führen. Die Schmerzen bleiben nicht nur, in vielen Fällen verschlimmern sie sich durch die Schonhaltung. Denn der angespannte, Schmerz aussendende Muskel entkrampft nicht mehr.

Werden die Rückenschmerzen nicht therapiert, kommt es zu einem dauerhaften Schmerz. Dieser verführt die Betroffenen zu einer fortwährenden Schonhaltung, die bei einer ungleichmäßigen Belastung oder bei einer schwachen Muskulatur zu weiteren Problemen führen kann: Wirbelfehlstellungen und Absenken der Bandscheiben. Diese können als Folge Blockaden der Wirbel, Bandscheibenverschiebungen oder einen Bandscheibenvorfall verursachen. Die damit verbundene Nerveneinengung führt zu neuen vom Nerv ausgehende Schmerzen und zu Sensibilitätsstörungen wie Taubheit und „Kribbeln“. Dieser Kreislauf muss durch eine frühzeitige Behandlung des Schmerzes und geeigneter krankengymnastischen Übungen durchbrochen werden.

Eine schlechte Haltung, psychische Probleme, zu wenig Aktivität und eine ungleichmäßig beanspruchte Rückenmuskulatur sind häufige Gründe für Rückenschmerzen, die zu chronischen Rückenschmerzen werden. Abhilfe lässt sich durch ein rückenschonendes Verhalten beim Tragen und Heben schwerer Gegenstände, durch Training der Rückenmuskulatur, eine gute Sitzhaltung sowie eine vom Härtegrad her passende Matratze (das kann für einige Menschen auch eine weiche sein) schaffen.