Chronische Rückenschmerzen und Psyche bzw. Stress
Immer häufiger haben Rückenschmerzen eine psychische oder stressbezogene Ursache. Jeder kennt das Gefühl, dass man „zu viel Ballast herumträgt“ oder das man sich zu viel „aufgeladen“ hat. Dieses stressbedingte Gewicht und auch Traumata können dazu führen, dass der Körper Signale aussendet, dass er nicht mehr kann. Diese Signale äußern sich in körperlichen Schmerzen, wie zum Beispiel den Rückenschmerzen. In der Psychologie wird daher bei Patienten mit Rückenschmerzen die Frage gestellt, was sie denn derzeit „Schultern“ müssen. Die Erkenntnis, welche Probleme man mit sich herumträgt oder welch immensem Stress man ausgesetzt ist, ist oft der erste Schritt auf dem Weg zur Schmerzreduktion.
Grund für die Schmerzen, die eine psychologische Ursache haben, sind oftmals seelische Blockaden, die Seele und Nerven als Schutzwall gegen Überlastung errichten. Dies können Traumata aus der Gegenwart oder der Vergangenheit sein, beruflicher und privater Stress oder eine andere psychische Problematik. Im Falle von stressbedingten Rückenschmerzen führt der Stress zu einer Verkrampfung der Muskulatur und damit auf Dauer zu entsprechenden Rückenschmerzen. Doch auch wenn seelische Gründe vorliegen, reagiert der Rücken mit Schmerzen auf Situationen, die die Seele nicht mehr aushalten kann. Es ist in jedem Fall ein starkes Warnsignal, dass der Patient in jedem Fall ernst nehmen sollte. Manchmal gehen Menschen wegen Rückenschmerzen zum Arzt und erhalten die Diagnose „Burn-out-Syndrom“ – hierbei handelt es sich um eine Problematik, der durch übermäßigen Stress ausgelöst wird.
Zur Behandlung von chronischen Rückenschmerzen besitzt die Psychotherapie zahlreiche Möglichkeiten. Zum einen werden in Gesprächstherapien die Gründe für die Schmerzen erarbeitet. Der Patient muss erkennen, was die Schmerzen, die keine körperliche Ursache haben, ausgelöst haben. Mit Hilfe der Gesprächstherapie, der Konfrontationstherapie und verschiedenen Gruppentherapien werden dann diese Ursachen beseitigt. Eine besonders große Bedeutung kommt der Entspannung und Körperwahrnehmung zu, wenn es darum geht, psychisch bedingte chronische Rückenschmerzen zu behandeln. Autogenes Training und vor allem die Progressive Muskelrelaxation sind elementare Bausteine, um Blockaden zu lockern und Verspannungen zu lindern. Auch in Verbindung mit Yoga wird ein neues, besseres Körpergefühl erreicht und die Muskeln werden auf angenehme Weise trainiert.
Bei chronischen Rückenschmerzen, die auf seelischen Ursachen und Stress beruhen ist die Nachsorge durch den Patienten selbst besonders wichtig. Er sollte sich nach einer Therapie immer selbst beobachten und lernen, Stress zu vermeiden oder abzubauen. Sport und Entspannungstechniken sind die besten Methoden, um stressfreier zu leben und gleichzeitig den Rücken zu entlasten. Erlernte Mechanismen helfen zudem dabei, in seelisch-nervlich bedenklichen Situationen die Gefahr einer Überbelastung rechtzeitig zu erkennen und einer erneuten psychosomatischen Erkrankung vorzubeugen.
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