Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall?

Die Wirbelsäule des Menschen hat eine sehr wichtige Aufgabe. Sie trägt nicht nur den Körper aufrecht, sondern fängt auch Stöße auf und unterstützt Bewegungen. Dabei werden die Wirbel beansprucht. Damit diese nicht aufeinanderstoßen oder sich verkanten, liegen zwischen ihnen die Bandscheiben. Diese wirken als Puffer und fangen die enormen Belastungen der Wirbel auf.

Der Bandscheibenvorfall ist im Sprachgebrauch sinnbildlich ein Ereignis, bei dem die Bandscheibe Schmerzen verursacht. Medizinisch meint der Begriff das tatsächlich „Vorfallen“ im Sinne eines „Herausfallen“ der Bandscheibe. Dabei sind zwei verschiedene Vorgänge zu unterscheiden. Die Protrusion und der Prolaps. Unter Protrusion versteht man das Verschieben der Bandscheibe, die sich dabei über die Wirbelkante hinauswölbt. Daraus resultieren Schmerzen und möglicherweise ein Einengen des Wirbelkanals und ein Einklemmen des Spiralnervs. Der eigentliche Bandscheibenvorfall wird Prolaps genannt. Hierbei verschiebt sich die gesamte Bandscheibe mit ihrem Kern. Der Spiralnerv ist dabei fast immer eingeklemmt, es kommt zu starken Schmerzen. Der beeinträchtigte Nerv kann hierbei über den eigentlichen Ort des Bandscheibenvorfalls hinaus Schmerzen ausstrahlen.

Je nachdem, wo der Bandscheibenvorfall in der Wirbelsäule auftritt, können dabei verschiedene Körperregionen betroffen sein. Der Schmerz tritt in der Regel akut auf, er kann sich aber auch über einen längeren Zeitraum langsam steigern, bis er seine ganze Intensität erreicht. Zusätzlich zu den Schmerzen können dabei Sensibilitätseinschränkungen wie Taubheit und Kribbeln auftreten.

Eine genaue Diagnose und geeignete Therapie von einem Bandscheibenvorfall muss ein fachkundiger Arzt nennen. Dazu ist es notwendig, den Patienten genau zu untersuchen. Bei Bandscheibenvorfällen gehört inzwischen eine Kernspintomografie zum Standard, um das genaue Ausmaß und die Lage des Bandscheibenvorfalls beurteilen zu können. Als Therapie sind in der Regel eine Kombination aus Schmerztherapie und geeigneten krankengymnastischen Übungen geboten. Eine Operation ist nur in wenigen Fällen notwendig.

Wichtig ist, vor einer eventuellen Selbstbehandlung unbedingt fachlichen Rat einzuholen. Denn Bandscheibenvorfälle müssen mit geeigneten Maßnahmen behandelt werden, damit die Rückenschmerzen eines Bandscheibenvorfalls nicht zu chronische Rückenschmerzen heranwachsen.